Heise 26.05.2026
19:00 Uhr

heise+ | Die Messlücke: Warum keiner weiß, was KI in Unternehmen wirklich bringt


Ob sich KI-Investitionen in Unternehmen auszahlen, misst kaum jemand. Forschung, Interviews und Beobachtungen zeigen, dass die Messlücke strukturell ist.

heise+ | Die Messlücke: Warum keiner weiß, was KI in Unternehmen wirklich bringt

Unternehmen in ganz Europa setzen zunehmend auf KI und halten damit auch nicht hinter dem Berg. Doch mit nur wenigen Ausnahmen tun sie sich schwer, nachzuweisen, dass sich die Investitionen tatsächlich auszahlen. Laut Statistischem Bundesamt stieg der Anteil der deutschen Unternehmen, die KI einsetzen, von 12 Prozent im Jahr 2023 auf 20 Prozent im Jahr 2024 und erreichte 2025 26 Prozent. Eurostat zeigt einen ähnlichen Verlauf auf EU-Ebene, mit KI-Einsatz bei 13,5 Prozent der EU-Unternehmen im Jahr 2024 und 20 Prozent 2025.

Eine im September 2025 veröffentlichte Bitkom-Befragung von 604 deutschen Firmen ergab, dass 36 Prozent der Unternehmen KI einsetzen – die Differenz spiegelt methodische Unterschiede in der Definition von KI-Einsatz wider. Der Trend steigt in allen Quellen, doch die Kluft zwischen dem Anspruch der Führungsebene und der betrieblichen Realität bleibt bestehen.

Das globale Bild bestätigt den Trend. Im März 2026 berichtete das Finanzdatenunternehmen FactSet, dass 68 Prozent der S&P-500-Unternehmen in ihren Ergebniskonferenzen im vierten Quartal 2025 KI erwähnten. Das betrifft zwar primär US-Kapitalmärkte, prägt aber die globalen Erwartungen an den Return on Investment.